Mal eben einen Server bereitstellen


25. Juni 2012, von in Artikel, IT

Eine der Hauptaufgaben der Systemadministration ist die Bereitstellung von neuen Servern, zum Betrieb unserer Anwendungen. Aber wie wird ein neuer Server eigentlich bereitgestellt?

Um nicht für jeden neu benötigten Server erst nach den CDs, DVDs bzw. USB-Sticks mit den Installationsquellen suchen bzw. sie einlegen und wechseln zu müssen haben wir für die Server, welche wir häufig verwenden, Templates erzeugt. Am Beispiel eines Applikationsservers möchte ich euch zeigen wie wir dabei vorgehen.

Für jeden neuen Applikationsserver werden die folgenden Schritte durchlaufen:

  1. Gemeinsam mit einem Entwickler werden die benötigten Systemresourcen (CPU, RAM, HDD) aufgenommen.
  2. Wissen wir wie groß der Server werden soll, prüfen wir auf welchem unserer ESXi Hypervisor er bereitgestellt werden kann.
  3. Das passende Template für den benötigten Servers wird in den lokalen Datastore des entsprechenden Hypervisors kopiert. Aktuell dauert dies bei uns zwischen 20 und 45 Minuten, je nach Größe des Templates.
  4. So lange das Template kopiert wird, prüfen wir anhand eines GoogleDocs welche freie IP-Adresse wir dem Server zuweisen können. Der neue Name des Servers wird in diesem Dokument hinterlegt, um die entsprechende IP als vergeben zu kennzeichnen.
  5. Im nächsten Schritt erzeugen wir die benötigten DNS-Einträge auf unseren internen und externen DNS-Servern. Danach warten wir darauf, dass das Template auf dem Hypervisor abgelegt wurde und machen dort weiter.
  6. Die VMX-Datei wird mit dem Namen versehen, den der neue Server zukünftig tragen soll. Anschließend wird die VMX-Datei der Bestandsliste hinzugefügt.
  7. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir den neuen Server das erste Mal starten. Aber, ganz wichtig, ohne Netzwerk. Denn starten wir den Server mit verbundener LAN-Verbindung hat dies mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen IP-Adresskonflikt und operative Hektik zur Folge. Denn der Servern, den wir aus dem Template erzeugen, startet noch mit den gleichen IP-Einstellungen wir der Server, von dem das Template erstellt wurde.
  8. Auf dem neuen Server muss der neue  Hostname in die /etc/hosts und /etc/hostname eingetragen werden.
  9. Die IP-Konfiguration kommt in die /etc/network/interfaces.
  10. Jetzt kann der Server neugestartet und mit dem LAN verbunden werden. Damit ist er schon über unser Netz erreichbar.
  11. Jetzt setzen wir uns nochmals mit dem Auftraggeber zusammen und klären die folgenden Fragen.
  12. Welche Verzeichnisse, Dateien bzw. Dienste dieses Servers müssen wie gesichert werden?
  13. In welche Prioritätsklasse fällt das System? Diese teilen wir von 1 – kritisch bis 5 – testing ein.
  14. Die Antworten auf diese Fragen dokumentieren wir in unserem Backupkonzept.
  15. Wir überlegen uns, wie das System im Fehlerfall wiederherzustellen ist. Die dazu notwendige Vorgehensweise wird ebenfalls im Backupkonzept dokumentiert.
  16. Der neue Server wird zur Nutzung freigegeben.

Erst wenn diese 16 Schritte durchlaufen sind, gilt der neue Server als bereitgestellt. Neben dem Kopieren einzelner Dateien gehört also auch noch viel Kommunikation dazu bis ein neuer Server seinen Dienst antritt.

Für gewöhnlich werden die Systeme nach der Bereitstellung noch mit in die What’s up Überwachung aufgenommen. Was hierzu alles nötig ist wird in einem späteren Artikel beschrieben.

Die oben erwähnten Dokumente speichern wir in GoogleApps. Dadurch ist sichergestellt, dass wir lediglich Internetzugriff benötigten, um darauf zugreifen zu können. Würden wir sie auf einem lokalen Fileserver speichern hätten wir sie nicht im Zugriff wenn genau dieser ausfällt.

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