Die SYNAXON AG ist immer für eine Überraschung gut


Vor wenigen Wochen hielt ich plötzlich ein kleines Heim-Videostudio in meinen Händen – was mir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht bewusst war. Die beiden wesentlichen Elemente:

– ein iPhone 4

– ein Musik-Gutschein

Mein neues Firmenhandy hat mich sehr gefreut, kann ich doch nun die iTeam-On.NET App nutzen und unterwegs schnell und einfach nahe gelegene iTeam Systemhäuser finden. Noch mehr gefreut hat mich allerdings, dass sich die Kollegen richtig Gedanken gemacht haben, was sie mir Gutes tun können als Überraschung zum A-Rating.

Zum Hintergrund: Die SYNAXON AG gibt Ihren Mitarbeitern laufend ein transparentes Feedback zum Beitrag, den jeder zum Gesamtunternehmen beisteuert. Was sich hart anhört, ist letztlich eine klare Rückmeldung, die es in vielen Unternehmen leider nicht gibt. Bei der SYNAXON AG weiß man jederzeit, wo man steht:

– A: Du gehörst zu den besten 15%: Mach weiter so

– B: Du gehörst zur tragenden Säule des Unternehmens: Mach weiter so, hier und da ist noch Luft nach oben

– C: Deine Leistung befindet sich aktuell am unteren Rand: Lass uns sehen, wie wir das verbessern können

-D: Du bist kündigungsgefährdet: Lass uns ganz dringend sehen, wie wir das verbessern können

Insbesondere der letzte Punkt verdient Anerkennung: Wer eine unzureichende Leistung abliefert, bekommt nicht gleich die Kündigung – er bekommt eine klare Rückmeldung und eine Chance. Und wer im abgelaufenen Zeitraum Besonderes geleistet hat, der bekommt eine schon fast altmodisch persönliche Behandlung – und das meine ich uneingeschränkt positiv:

So hielt unser Vorstand für jeden mit A bewerteten Kollegen eine kurze Ansprache, in der die Gründe für diese Bewertung ausführlich und individuell dargestellt wurden. Dazu bekam jeder eine persönliche Überraschung. Offenbar wissen einige Kollegen, dass ich unter dem Pseudonym Halswerker Musik mache, Online-Gitarrenkurse gebe und Lieder schreibe (die aus gutem Grund bisher unveröffentlicht sind). So erhielt ich einen Gutschein des Musikhauses meines Vertrauens. Nicht Geld – nicht einen Weiterbildungs-Gutschein – nein: Etwas für mein ganz persönliches Wohlbefinden. Eine kleine Zeremonie, die deutlich sagt: Ich sehe Dich.

Nachdem ich festgestellt hatte, was man auf dem iPhone mit iMovie und Garageband alles anstellen kann, wusste ich, was mit dem Gutschein geschehen sollte: Ein externes Mikrophon für das Gerät musste her. Mit dem Tascam iM2 und dem iPhone nehme ich nun deutlich einfacher und schneller als zuvor Gitarrenkurse auf. Diese Vereinfachung hat mich erst auf die Idee gebracht, unter www.gitarre-spielen.org jede Woche einen kurzen Gitarrentipp zu posten.  Wie mein kleines, einfaches iPhone-Homestudio aussieht, dazu habe ich natürlich gleich ein Video gedreht:

Einfaches iPhone Videostudio: Tipps zu Ton und Beleuchtung

Und da das jetzt schneller geht, bleibt mir mehr Zeit, um iTeam Systemhäuser miteinander und mit Kunden zu vernetzen und in einem Unternehmen zu arbeiten, das sich wirklich Gedanken um seine Mitarbeiter macht. DANKE.

 

Anonymous, 21. Juli 2012 um 04:33

Nun gut. Was öffentliche Bildungseinrichtungen zunehmend und berechtigt abschaffen, wird in einem Handelshaus ausgebaut. Die beschriebene Transparenz dient dabei einzig und vorallem allein, als Mitarbeiter jederzeit kündigungswert zu sein. Worauf in diesem Beitrag nicht eingegangen wird ist die Tatsache, dass dieses Bewertungssystem Kündigungsgründe obsolet macht. „C“= du wirst bald gefeuert, „D“= du bist noch hier? Schlimm dabei: Das gesamte Bewertungsspektrum muss vergeben werden. Einfach ausgedrückt: Aus einem gleich starken (oder schwachen) Team muss mindestens ein C/D-Kandidat gekührt werden (theoretisch auch „A“s, aber iphones sind teuer). Man orientiert sich dabei an Quotensystemen, die in einst „hippen“ 90er Unternehmen zum schleichenden Zerfall geführt haben. US-amerikanische Methoden, die schlecht von skandinavischen Unternehmen kopiert wurden, eignen sich nicht für die ostwestfälische Provinz.

Viele Grüße von einem kritischen Rate „A“

Fazit: Toll für den A-Kollegen, noch toller für die Firma. Immer einen Pool voller Abschusskandidaten.

Sebastian Meiners, 21. Juli 2012 um 04:35

Sorry, wollte nicht anonym posten.

Holger Esseling, 21. Juli 2012 um 10:07

Hallo Sebastian,

es ist halt immer eine Frage der Umsetzung. Das Rating-System wird auch bei uns immer wieder mit Herz und Verstand diskutiert – übrigens offen von allen Mitarbeitern im Wiki oder anonym über Liquid Feedback. Wäre es eine schlechte Kopie, gäbe ich Dir Recht: Man kann ein Rating-System einsetzen, wie Du es beschreibst. Das würde ich bei der heutigen Arbeitsmarktlage jedoch keinem Unternehmen empfehlen. Wir entwickeln das System ständig weiter, passen es auf unsere Bedürfnisse an und begleiten es vor allem mit wirklich regelmäßigen und ernst gemeinten Mitabeitergesprächen. Und dabei kommt dann so etwas, wie das D heraus. Die Einführung des D bedeutet eine Arbeitsplatzgarantie für alle, die nicht gerade völlig abseits der Anforderungen arbeiten.

C heißt bei uns eben nicht, dass Du bald gefeuert wirst. C heißt, dass Du ausdrücklich nicht gefeuert wirst, nicht gefeuert werden kannst. C heißt, dass Deine Arbeit gerade stark unterdurchschnittlich ist. Ließe man die Führungskräfte frei entscheiden, dann gäbe es keine Cs, denn unbequeme Wahrheiten spricht man nicht gerne aus. In vielen Unternehmen läuft es so: Dir wird ein Jahr lang gesagt, dass alles OK ist und plötzlich liegt die Kündigung auf dem Tisch. Das ist unfair. Dadurch verlieren Unternehmen gute Mitarbeiter, denen sie nicht mal die Chance gegeben haben, ihre Leistung zu verbessern und Mitarbeiter werden vor den Kopf gestoßen, weil sie zu Recht angenommen haben, dass alles in Ordnung ist.

Es gibt übrigens keine Quote für Ds und glaube mir, uns ist es am liebsten, wenn kein Mitarbeiter ein D erhält. Wir haben keinen Bedarf an einem Pool von kündbaren Mitarbeitern. Wir sind ein langfristig orientiertes und weitgehend konjunkturunabhängiges Unternehmen, das ständig und händeringend auf der Suche nach guten Leuten ist. Unser Ratingsystem ist eine ernst gemeinte Initiative für mehr Transparenz und Arbeitsplatzsicherheit. Es soll Mitarbeiter binden und weiter entwickeln und das ist gut so. Würde ich das nicht so erleben, dann würde ich so einen Blog-Beitrag nicht schreiben.

Herzliche Grüße
Holger Esseling

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