iTeam Geschäftsführer-Brief 02/2015 – Erster Rundflug durch die aus meiner Sicht wichtigen Themen bei iTeam


15. März 2015, von in iTeam, Marken

Liebe iTeam-Partner,

ich stelle mich Dir heute als neuer Geschäftsführer von iTeam vor und bringe meine ersten Ideen zur weiteren Strategie und Tätigkeitsschwerpunkten bei iTeam in die Diskussion ein.

Wir haben letzten Freitag gemeldet, dass Olaf das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen wird. So sehr ich mir gewünscht hätte, dass wir auch künftig mit ihm als iTeam Geschäftsführer zusammenarbeiten können, so sehr freue ich mich auf die neue Aufgabe.

Zunächst ein paar Informationen zu mir:

Ich bin 47 Jahre alt und seit 21 Jahren glücklich verheiratet. Ich habe mich während meines Jura-Studiums 1990 als IT-Dienstleister selbstständig gemacht und arbeite seit 1992 für die SYNAXON. Seit 1997 bin ich als Vorstand für die SYNAXON zunächst als Sprecher und später als Vorsitzender tätig. Seit 4 Jahren befasse ich mich mit dem Ausbau des IT-Dienstleistungsgeschäft bei SYNAXON. Seit 3 Jahren bin ich innerhalb des Vorstands für den Aufbau und die Weiterentwicklung von einsnulleins verantwortlich.

Ich habe viele private Interessenfelder. Dazu gehören u.a:

  • Fliegerei (Pilotenlizenz für ein- und mehrmotorige Flugzeuge mit Instrumentenflugberechtigung)
  • Ich lese zuviel und berichte ab und an in meinem Blog darüber
  • Musik: Als Hörer mit einem sehr breitem Spektrum. Ich mag Wagner genauso gerne wie Turbostaat und FKA Twigs. Man findet mich genauso häufig beim Hurricane-Festival, wie bei den Wagnerfestspielen in Bayreuth. Und ich war in meiner Jugend halbprofessioneller Musiker (2 Jahre als Mucker mit Tanzmusik und danach 4 Jahre Punkrock als Gitarrist und Bassist). Heute dilettiere ich begeistert am Klavier klassische Musik.
  • Sicherheitspolitik: Ich diene als Oberstleutnant der Reserve u.a. an der Führungsakademie der Bundeswehr als Dozent im Fachbereich Militärische Führung und Organisation und verbringe dort einen Teil meines Jahresurlaubs.

Ich bin vom Beirat zu Recht gefragt worden, ob ich denn genug Zeit für meine neue Aufgabe zur Verfügung habe.

Die Zeit dafür werde ich mir nehmen. Wir sind bei SYNAXON glücklicherweise so organisiert, dass wir eine sehr starke 2. Führungsebene haben, die mir diese Freiräume ermöglicht. Zusätzlich werde ich von einem starken Team bei iTeam unterstützt.

Ich werde gerade am Anfang sehr stark persönlich bei den Regionaltreffen, der Kompetenzgruppe Software und den sonstigen iTeam-Veranstaltungen präsent sein und danach mindestens auf Olafs Präsenzniveau bleiben. Mir ist der unmittelbare Kontakt zu euch sehr wichtig und ich halte das auch nicht für delegierbar.

Was möchte ich ändern, was bleibt gleich?

Wir haben uns zusammen mit dem Beirat letzten Dienstag den aktuellen Stand der iTeam vor allem in Hinblick auf die zuletzt in Berlin vorgestellte Strategie iTeam 2018 angeschaut.

Zur Erinnerung, das sind die aktuellen Elemente:

  • Systemhausgruppe
  • Vernetzung
  • Marketing
  • Projektunterstützung

 

Wir waren uns einig in der Bewertung der Frage, wo stehen wir heute? Was haben wir erreicht und was nicht.

Das Element “Systemhausgruppe” halten wir nicht für diskussionswürdig. iTeam soll auch weiterhin eine auf max. 400 Partner begrenzte Systemhauskooperation bleiben. Die strengen Aufnahmekriterien und das Veto-Recht halten wir für sinnvoll und richtig. Hier wollen wir keine Änderungen vornehmen.

Das Strategie-Element “Vernetzung” halten wir für das stärkste innerhalb der iTeam.

Wir glauben, dass dies der Grund ist, warum die meisten Partner Mitglied geworden sind. Das bisher bei mir angekommene Feedback ist hier völlig eindeutig. iTeam bietet die Möglichkeit, sich offen auszutauschen, Geschäftspartner so kennen zu lernen, dass man gemeinsame Projekte durchführen kann.

Wir haben hier ein gutes Niveau erreicht, wollen das mindestens halten und in den nächsten Jahren weiter ausbauen und verbessern.  Man könnte sogar darüber nachdenken, iTeam künftig noch stärker auf die Vernetzung zu fokussieren.

Wenn wir zum strategischen Element “Marketing” kommen, sieht es aus unserer Sicht nicht rosig aus. Wenn man nüchtern die Erfolge der 15 Jahre seit Gründung bilanziert, muss man festhalten: Wir haben hier so gut wie nichts erreicht. Wir sind vor allem bei dem Ziel, iTeam als Systemhausmarke zu etablieren, keinen Schritt vorangekommen. Es hat hier nicht an Bemühungen gefehlt. Ich erinnere hier u.a. an die mit viel Aufwand betrieben Versuche, die Marke zu profilieren und auch mit Fernsehspots bekannter zu machen.

Ich sehe hier im Wesentlichen zwei Ursachen: Die Tätigkeitsprofile der Partner sind sehr heterogen. Sie gehen heute von Lotsensoftware über Digital-Signage bis Big Data.

Hier eine fokussierte und relevante Leistungsaussage für gewerbliche Endkunden zu treffen ist nahezu unmöglich. Und vielleicht ist der Markenkern: “Wir sind eine bundesweite Truppe von IT-Profis aus dem Mittelstand für den Mittelstand” auch einfach zu schwach.

Ich werde den Verdacht nicht los, dass für die meisten von euch eine bundesweite Marke einfach nicht attraktiv genug ist, um auch nur den geringsten Verlust von Freiheitsgraden zu rechtfertigen. Und ganz ohne Vereinheitlichung im Auftritt und einheitliche Mindeststandards kann man wahrscheinlich keine Marke aufbauen.

Hinzu kommt, dass wir bis heute keine funktionierende Absatzunterstützung im Marketing für euch gefunden haben. Auch das aktuelle Projekt Lösungsmarketing wird vom Beirat und mir sehr kritisch gesehen. So recht scheint keiner an den Erfolg dieser Maßnahme zu glauben. Deswegen ist unser gemeinsamer Vorschlag, dieses Projekt einzustellen.

Das Newsletter Marketing wiederum ist auf einem ganz gutem Weg und soll deswegen fortgeführt werden. Uns ist natürlich bewusst, dass diese Leistung nur ein kleiner Puzzlebaustein sein kann.

Der Beirat unterstützt unseren Vorschlag für das weitere Vorgehen:

Wir werden uns intensiv in 2015 mit der Frage befassen, wie wir unsere Partner bei der Vermarktung von Systemhauslösungen unterstützten können. Wir werden das zunächst außerhalb der iTeam auf eigenes Risiko in einer von uns kontrollierten Umgebung machen.

Wir werden laufend über Erfolge und Misserfolge berichten. Sobald wir funktionierende Werkzeuge entdeckt haben, stellen wir euch diese vor. Spätestens dann kommen wir zu der Diskussion, ob diese unter einer Dachmarke iTeam oder aber unter einem eher neutralen Dach beworben werden, welche eure Marken deutlich dominieren lässt. Ich habe heute eine leichte Präferenz für die 2. Variante, möchte das aber ergebnisoffen mit euch diskutieren. Wir werden hier letztlich den Weg beschreiten, den die Mehrheit von euch unterstützt.

Ich will euch hier nichts versprechen. Es kann sein, dass wir  bei der Suche keinen Erfolg haben werden. Aber es wird nicht daran scheitern, dass wir uns nicht intensiv genug darum kümmern.

Und nun zum letzten Strategie-Element: Projektunterstützung

Auch hier sind wir unter dem Dach der iTeam nicht so recht vorangekommen. Wir haben zwar mittlerweile die ersten Ansätze der Herstellerunterstützung bei HP, aber das ist nicht für alle Partner wirklich relevant. Es ist uns auch nicht gelungen, für iTeam Filialisten und Großkunden zu gewinnen. Den Grund dafür haben wir letztlich bei unserer Tochtergesellschaft einsnulleins geliefert bekommen. Diese Zielgruppe ist nicht bereit, einer lockeren Kooperation wie iTeam Aufträge zu erteilen. Diese Kunden wünschen sich einen Vertragspartner, der letztlich die Verantwortung übernimmt.

einsnulleins hat hier die ersten Erfolge verbuchen können. Uns nimmt man ab, dass wir erstens groß genug sind, um die wirtschaftlichen Risiken dieser Geschäfte zu tragen und man akzeptiert, dass wir Subaufträge an Partner erteilen, wenn wir mit einsnulleins als Steuerer auftreten. Ich habe zu der Frage, wie wir das daraus resultierende Wettbewerbsverhältnis zu euren Gunsten regeln wollen, bereits ausführlich beschrieben und stelle mich gerne auch weiterhin der Diskussion zu diesem Thema.

Wir haben letztes Jahr die ersten 40 Projekte mit Partnern durchgeführt unter denen auch etliche iTeam Partner waren. Wir mussten hier erst lernen, wie das funktionieren kann und haben zunächst sehr gemischte Ergebnisse erhalten. Einfache Aufträge, wie Komponententausch haben ausnahmslos gut funktioniert. Komplexere Themen, wie Infrastrukturanalysen, Servermigrationen  u.ä. haben gezeigt, dass wir hier noch Nachsteuerbedarf hatten.

Dieses Jahr ist stark gestartet. Wir konnten bereits Aufträge über 220 Tsd. Euro bei Partnern platzieren. Der deutlich größte Teil ging bislang an iTeam Partner. Momentan funktioniert die Zusammenarbeit reibungslos. Die ersten iTeam-Partner arbeiten heute bereits mit einsnulleins zusammen, wenn sie einen Steuerer für bundesweit zu erbringende Dienstleistungen brauchen. Wir wollen dies Volumen erheblich steigern.

Möglicherweise schaffen wir hier etwas für iTeam Partner gemeinsam mit dem Vehikel einsnulleins, was uns mit iTeam alleine nicht gelungen ist.

Das war mein erster Rundflug durch die aus meiner Sicht wichtigen Themen bei iTeam.

Ich hoffe, wir sehen uns spätestens beim diesjährigen Jahreskongress am 23.+24.04.15 in Düsseldorf, um uns kennen zu lernen und gemeinsam 15 Jahre iTeam zu feiern.

Melde Dich gern gleich hier zum Jahreskongress 2015 an.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Dir und würde mich freuen, von Dir zu hören, wie Du meine Meinungen und Pläne bewertest.

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