iTeam Geschäftsführer-Brief 03/2015 – Diskussion zu meinem Vortragstitel beim iTeam Jahreskongress 2015 (23.+24.04.)


Liebe iTeam-Partner

Katastrophen unter Beteiligung mit in Deutschland zugelassenen Verkehrsflugzeugen sind extrem selten. Die letzte lag bei Planung meines Vortrags für den Jahreskongress über 20 Jahre zurück.

Nun hat es kurz nach der Veröffentlichung meines Vortragstitels “Warum Co-Piloten lieber sterben als ihrem Kapitän zu widersprechen… “ auf der Agenda vom iTeam Jahreskongress 2015 (23.+24.04.) das schreckliche Germanwings-Unglück gegeben.

Es handelt sich aktuell noch um eines der größten ungeklärten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Es ist wahrscheinlich, dass die von der französischen Staatsanwaltschaft sehr früh veröffentlichte Version des Unfallhergangs zutrifft und die Maschine mit 150 Menschen an Bord absichtlich durch den Co-Piloten kontrolliert in einen Berg geflogen wurde.

 

Bei mir bleiben Restzweifel und ich halte die Vorverurteilung des Co-Piloten durch die Medien für falsch. Möglicherweise wird nicht einmal die Auswertung des noch nicht gefundenen Flugdatenrekorders eindeutige Beweise zum Unfallhergang liefern.

Die Frage ist nun: Kann man nach einer solchen Tragödie noch einen Vortrag mit so einem Titel halten?

Ich bin da unsicher.

Der Vortrag beleuchtet, ob starke Hierarchiegefälle zu schlechten Entscheidungen führen. Dabei wollte ich u.a. auf eine Beinahe-Katastrophe in Wien und auf die bislang größte Katastrophe in der zivilen Luftfaht in Teneriffa in den 70er Jahren mit mehr als 500 Toten eingehen.

Ich habe den Effekt eines gefährlichen Hierachiegefälles in einem Flugzeugcockpit selbst als Pilot erfahren. Allerdings blieb diese Situation bei mir folgenlos. Ich kann zu dem Thema also aus eigenem Erleben in einer Grenzsituation berichten.

Ich bin durch den Germanwings-Unfall nicht unmittelbar betroffen. Mein Mitgefühl gilt allen, die durch diesen Unfall Angehörige verloren haben.

Wenn sich nur einer von euch durch den Vortragstitel oder die auf die Fliegerei bezogenen Inhalte verletzt oder beeinträchtigt fühlt, ändere ich den Titel und streiche jegliche Bezugnahme auf die Fliegerei.

Eine einfache Nachricht direkt an mich reicht.

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