„Ich kann zumindest nicht der Schlimmste hier sein!“


Unser Kollege Johannes wurde im vergangenen Monat zum Teamleiter bei der einsnulleins befördert. Wir trafen ihn zum exklusiven Interview.

Johannes, herzlichen Glückwunsch zu deiner Beförderung zum Teamleiter bei der einsnulleins. Vorab: War die nicht schon lange überfällig?

Johannes: „Aber hallo! Da sagst du was! (zeigt bedrohlich mit dem Finger auf die Redakteurin). Es ist ja nicht das erste Team, das mit mir schuften muss. Trotzdem freue ich mich, dass es jetzt auch offiziell kommuniziert wurde und in die Stellenbeschreibung rein kommt. Außerdem wollte ich neue Visitenkarten, damit ich besser vor Freunden angeben kann. Achja, und natürlich mehr Geld (lacht dreckig).“

Wie, denkst du, haben die Auswirkungen des Kapitalismus dazu beigetragen, unsere Ellbogengesellschaft zu formen? Was sagt deine Beförderung deiner Meinung nach über dich als Mensch aus?

Johannes (fängt an zu schwitzen, grübelt, stockt, grübelt weiter, fängt einen Satz an, verhaspelt sich, beendet ihn, grübelt wieder, verschwendet die kostbare Jugend der Redakteurin, nach 45 Minuten dann die Antwort).  

„Naja. Also irgendwas muss ich scheinbar richtig machen. Oder anders gesagt: Ich kann zumindest nicht der Schlimmste hier im Laden sein.“

Hast du bereits hilfreiche Tipps zum Ignorieren der Bedürfnisse deiner Mitarbeiter erhalten oder stützt du dich auf deine Erfahrung?

Johannes: „Ich ignoriere meine Mitarbeiter nicht. Also meistens nicht. Hm, ich sollte wohl besser sagen, dass ich sie nicht ignoriere oder? Wie auch? Sie müssen ja die Arbeit machen. Und ich heimse die Lorbeeren ein (lacht diabolisch). Aber manchmal schenke ich einem auch einen Kinderriegel, wenn er besonders fleißig war.

Was aber nicht immer einfach ist, ist der Spagat zwischen den Bedürfnissen des Teams und denen der Führungskräfte. Schließlich bin ich keine Ballerina! Obwohl ich die Beine dazu hätte.“

Hat deine Beförderung das Vertrauensverhältnis zu deinen ehemaligen Kollegen bereits zerrüttet oder kommt das noch?

Johannes: „Als frisch beförderter Teamleiter blicke ich auch bei dieser Herausforderung optimistisch in die Zukunft! Das kriegen wir schon hin und erste Ansätze sind schon jetzt vorhanden. Mein Team wurde ja vorher gefragt, ob sie mich als Teamleiter haben wollten. Da sind schon einige Bestechungsgelder für die Wahlstimmen geflossen. Und bei Geld hört die Freundschaft schließlich auf.

Der Chef ist eigentlich wie ein Wecker: Jeder hat einen, alle hassen ihn, aber man braucht ihn trotzdem. Wie kommst du damit klar?

Johannes (versteht die Frage vollkommen falsch und redet sich in Rage):

Weißt du, was mich total nervt??? Wenn mein Chef mich aus dem Auto heraus anruft, nur weil ER während der Fahrt Langeweile hat! Das wollte ich schon immer einmal loswerden! Immerhin habe ICH jetzt hier ein Team zu leiten! Da ist keine Zeit für Gespräche über Pommes und Disco! Das ist wohl so ein generelles Chef-Problem. Das machen die alle! (sackt erleichtert in sich zusammen)

Ähm, Johannes, die Frage zielt eigentlich darauf ab, dass DU jetzt ja auch Chef bist.

Johannes: „Oh, achso. Dann ganz gut.“

Vielen Dank für deine Antworten. Möchtest du auf diesem Wege noch jemanden grüßen oder vielleicht deinen Eltern danken?

Johannes: „Nein. Oder doch. Nur meiner eigenen Genialität. Und meinem Kontostand wegen der Bestechungsgelder. Und meinem Chef. Auch wenn er mich aus dem Auto aus anruft, ich hab ihn trotzdem lieb.“

synaxon beförderung teamleiter johannes

Entspannt im Sessel sitzen hat er schon voll drauf: Johannes, frisch gewählter Teamleiter bei der einsnulleins

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