iTeam Bildungsreise 2018

Unsere Reise nach Israel und ins Westjordanland


19. November 2018, von in Neuigkeiten

Gemeinsam haben Christian und ich, die zwei Vorstandsassistenten der SYNAXON AG, seit Januar die diesjährige iTeam Bildungsreise nach Israel geplant.
Mit der erfolgreichen Durchführung konnten wir dieses erste große Projekt nun zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.

Da die Durchführung der Reise zwischendurch aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl auf der Kippe stand, waren wir am Samstag, den 13.10. umso besser gelaunt als wir in Frankfurt am Flughafen auf die Teilnehmer unserer Reise, Geschäftsführer der iTeam Systemhäuser und ihre Partner, trafen.

Mit insgesamt 30 Personen machten wir uns auf den Weg nach Israel. Sicher, dass alles klappen würde und auf alle Situationen vorbereitet, kommt bekanntlich immer alles ein wenig anders. Durch einen notwendigen Flugzeugwechsel starteten wir unsere Reise bereits mit Verspätung. Und leider war auch die Ankunft in Tel Aviv nicht ohne Probleme, denn nur die Hälfte der Koffer kam mit unserer Maschine an.
Müde von dem bereits langen Tag, war die mit Koffern ausgestattete Hälfte der Gruppe froh darüber, gegen 0:00 Uhr ihre Zimmer im Dan Panorama Hotel beziehen zu können, während die zweite Gruppe noch am Flughafen auf ihre verspäteten Koffer wartete.

Doch nach der beschwerlichen Anreise hatten wir gut organisierte, durchgeplante Tage vor uns.
Bereits der erste Vortrag des Geschäftsführers der AHK Israel brachte gefestigte Meinungen ins Wanken und bereitete uns auf die Vielzahl an Eindrücken vor, auf die wir im Laufe der Reise trafen.
Schon der Blick aus unserem Hotel zeigt die Kontraste dieses Landes und der gesamten Region. Auf der einen Seite, wenige Schritte südlich des Hotels, liegt die antike Hafenstadt Jaffa. Weiter nördlich, ebenfalls fußläufig erreichbar, ragen die Wolkenkratzer des modernen Tel Avivs empor. Dieses moderne Tel Aviv ist auch das Zentrum des Silicon Wadi. Hier tümmeln sich zahlreiche junge Menschen, brillante Köpfe und unfassbar viele Investoren. Jeder von ihnen ist stets auf der Suche nach einer neuen Idee, einem neuen Produkt, nach dem nächsten großen Wurf.
Risiko wird in Israel als Chance empfunden und Innovation ist etwas Alltägliches, fast Selbstverständliches. Die Israelis werden bereits in jungen Jahren dazu ausgebildet, über Alternativen nachzudenken und die bestehenden Systeme zu hinterfragen.

Zu den Gründen für den Start-Up-Boom in Tel Aviv zählen neben der starken Verbindung und Förderung durch das Militär auch die von Beginn feststehende Ausrichtung auf den Weltmarkt, da der Markt in Israel sehr klein und begrenzt ist.
Wie wir in einem humorvollen Vortrag von Yossi Vardi erfahren haben, gibt es daneben aber auch noch eine “Secret Sauce”, die für den Erfolg des kleinen Landes verantwortlich ist. Yossi Vardi, der “Start-Up-Guru” Israels, der durch seine Investition in das Unternehmen Mirabilis und dessen Produkt ICQ zur ersten Generation von Investoren in Israel zählt, berichtete uns von den Eigenheiten der israelischen Mutter. Sie ist diejenige, die ihre Kinder antreibt, motiviert und immer noch ein bisschen mehr erwartet.

Neben vielen spannenden Unternehmensbesuchen gibt es einen Aspekt der Bildungsreise, der die Erwartungen der gesamten Gruppe völlig auf den Kopf gestellt hat.

Unser Tag im Westjordanland, rund um die Stadt Ramallah, wird uns allen vermutlich noch lange im Gedächtnis bleiben. Entgegen aller Erwartungen ist Ramallah eine moderne, gut entwickelte Stadt. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der widrigen Bedingungen, die der Nahostkonflikt mit sich bringt, hat sich hier ein IT-Start-Up-Ökosystem gebildet. Wir konnten Bekanntschaft mit vielen ehrgeizigen, gut ausgebildeten Informatikern schließen, die für ihre Arbeit brennen. Durch einen Vortrag des palästinensischen Bildungsminister konnten wir erkennen, dass dies kein Zufall, sondern unter anderem Ergebnis umfangreicher Bemühungen des Ministeriums ist. So wird derzeit etwa der Lehrplan umgestaltet und Programmieren als Pflichtfach eingeführt, um den Bildungsstandard im Westjordanland weiter zu steigern.
Für die Zukunft vorgesorgt hat der Unternehmer und Visionär Bashar Masri.
Nur wenige Kilometer nördlich von Ramallah entsteht durch seine Anregung und finanzielle Unterstützung die Planstadt Rawabi. Ein gigantisches Projekt mit Wohnraum für 40.000 Einwohner, das die Hoffnung aber auch die Ambitionen der Region deutlich unterstreicht.

Vielfalt der Eindrücke

Unsere vielfältigen Eindrücke, die uns auch bei der Führung durch die Altstadt Jerusalems mit ihren unterschiedlichen Stadtvierteln begleiteten, konnten wir am nachfolgenden Tag bei einer offenen Diskussion mit dem Leiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Jerusalem zur Sprache bringen. Dr. Ulrich Wacker referierte über den Nahostkonflikt, schilderte seine persönlichen Eindrücke und beantwortete viele unserer Fragen.

Insgesamt liegt eine sensationelle Woche hinter uns. Wir konnten 16 Unternehmen aus den Bereichen Cyber Security, künstliche Intelligenz und Robotik besuchen. Zudem haben wir zahlreiche Vorträge zu Israel, Palästina und dem Bildungssystem gehört und die Städte Tel Aviv, Be’er Scheva, Jerusalem und Ramallah besucht.

Auch wenn die Vorbereitung und Durchführung einer solchen Bilungsreise natürlich mit viel Arbeit verbunden ist, würde ich mich sofort wieder dazu bereit erklären.
Ich bin also schon gespannt, wohin es uns beim nächsten Mal verschlagen wird.

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